Erlebniswoche Elbsandstein für Kletter-Kids

Erlebniswoche Elbsandstein für Kletter-Kids

Zu Beginn der Ferien startete für die Kinder des Kletterturms Neuruppin der große Höhepunkt des Jahres. Es ging ins Elbsandsteingebirge der Sächsischen Schweiz. Hier südlich von Dresden ragen inmitten des Nationalparks bizarre Felsnadeln schlank gen Himmel. Diese zu erklimmen ist schon seit geraumer Zeit ein lockendes Abenteuer gewesen.

Denn hier in diesem Gebirge liegt auch die Geburtsstunde des „Freikletterns“ als Ende des 19. Jahrhunderts die ersten tollkühnen Sportler es sich zum Ziel setzten, diese Gipfel sportlich fair ohne Hilfsmittel zu bezwingen.

Übrigens muss „Freiklettern“ nicht das ungesicherte Klettern sein, wie es die meisten Leute vermuten. Im Falle eines Sturzes soll man schon ordentlich gesichert sein. So zogen auch wir mit unseren 14 Kindern mit Seil, Karabinern etc. los, um tolle Abenteuer gut gesichert zu erleben.

Untergebracht waren wir in einer Bergsteigerhütte im Bielatal, welches wohl das kinderfreundlichste Gebiet des Gebirges darstellt, da hier die Felsen so hoch sind, dass sie man meist mit einer Seillänge bezwingen kann.
An den Gipfeln Trautmannsfels, Leichte Zacke und Wegelagerer nahmen wir das erste Mal Kontakt zum Felsen auf und kletterten uns ein. Für Anna Schulz, Lukas Borrmann, David Leeuwestein und Jonas El Sirwy war es das erste Mal, dass sie in der Natur kletterten.

Die Umstellung von der Kletterhalle an die richtige Felswand ist schon gewaltig. Nun sind die Griffe an der Wand nicht mehr farblich vorgegeben. Man muss selber nach geeigneten Leisten, Rissen und Mulden suchen, an denen man sich hinauf zieht und tritt. Die luftige Höhe auf dem Gipfel ist sehr ungewohnt und das geübte Abseilen in der Halle ist hier oft erschwert, da die Bedingungen sehr vielgestaltig sind.

Doch bewiesen auch unsere „Elbsandsteinneulinge“, dass sie schnell ihr Gelerntes umsetzen können.

Den Höhepunkt stellte an diesem Tag wohl der Schraubenkopf dar, den der Trainer Maximilian Baumgart im Vorstieg bezwungen hatte. Im Nachstieg konnten diese Schwierigkeitsstufe IV schon Luisa Knappe und Connor Neter bewältigen. Auf dem Bild sichert Connor gerade Luisa.

In den darauf folgenden Tagen konnten wir noch so einige Gipfel erklimmen. So zum Beispiel den Dachsenstein über den Winkelweg (II) und die Löschnerwand (IV), den Sonnenwendstein über den Südriss (III), den Mäuseturm über die Mäuseleiter (IV) und den Schildkrötenturm über die Sprossenleiter (III).

Eine großartige Leistung für Connor, Luisa, Jule und Ananda stellte der Strubigweg am Stumpfen Turm dar, der schon die Schwierigkeit V aufweist. Nicht geringer die Leistungen von Frithjof Feldtmann und Tabea Prüfer, die den Rauweg am Stumpfen Kegel (IV), einen gewaltigen Überhang ohne größere Mühen bezwangen.

Robert und Ananda konnten sogar schon ihre ersten Vorstiege verbuchen. Connor und Jule dieses schon im zweiten Schwierigkeitsbereich am Schildkrötenturm (SO-Kante) bzw. am Krallenturm (Alter Weg). Hier kommt das Seil nicht einfach von oben, sondern man muss selbst sich in gewissen Abständen Sicherungsmöglichkeiten suchen. Im Elbsandstein besonders interessant, denn hier findet man nicht jeden Meter einen Bohrhaken. Geschickt muss man Bandschlingen über Felsvorsprünge legen, Knotenschlingen in Risse hineinziehen oder Reepschnüre durch „Sanduhren“ fädeln, um Sicherungspunkte zu haben.

Abgerundet wurden unsere tollen Erlebnisse durch einen Besuch in der Toskanatherme in Bad Schandau, einen Besuch der Aufführung von „Romeo und Julia“ im Freilichttheater in Rathen sowie einer Bootstour durch eine Klamm der Böhmischen Schweiz in Tschechien.

Alle Kinder waren begeistert und freuen sich auf die nächste Tour. Vielen Dank noch besonders an die Familie Knappe, die uns ihren Kleinbus zur Verfügung stellte, an den Papa von Tabea, der nicht nur bei der Betreuung half, sondern wie ein Trainer die Kinder unermüdlich auf den Gipfel sicherte und an die Neuruppiner Stadtwerke, die mit einer Spende von 400 Euro diese Fahrt unterstützten.


Jens Thierock    

 

 


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